Zwischenraumlabor

Susanne Schütte-Steinig ist Künstlerin, Architektin und Körperarbeiterin. “In ihrer künstlerischen Praxis verbinden sich diese Bereiche zu einem Werk, in dem es um Körper, Räume und Begegnung geht. Oft sind Besucher*innen eingeladen, selbst temporärer Teil ihrer choreographierter Settings zu werden, körperliche und geistige Grenzen zu erfahren und gegebenenfalls zu überschreiten.” (Tanja Pol, Kunsthistorikerin MA, mehr siehe Vita)

Ihre Arbeiten bewegen sich in der Intimzone und provozieren soziale Nähe. Nähe wiederum erfordert Stellungnahme und ein „sich einlassen“, in Zeiten medialer Abstandhalter per se ein Risiko. Auf der Suche nach dem Gleichgewicht muss der vermiedene Faktor Vertrauen neu verhandelt werden. In flirtenden Schaukelbewegungen zwischen Anziehung und Abstoßung werden Erwartungen unterlaufen und weite Erzählebenen geöffnet.

Unterschiedliche Medien greifen ineinander performative Laborsituationen, choreographierte Settings, Props als Körpererweiterungen mit skulpturalem Charakter können aktiviert werden, aber auch für sich stehen. Studien zu ihren Versuchen verarbeitet sie in Collagen, Fotos, Filme, Objekte.

 

Paarungsversuche

Der aktuelle Arbeitszyklus „Paarungs- und Selbstpaarungsversuche“ lässt den "aktivierten Betrachter" interaktiv teilnehmen und Körper und Raum authentisch erleben. Kommunikative Adapter konzentrieren, transformieren und verweben sinnliche Erfahrungen synästhetisch. Das Kunstwerk entsteht anhand, mit, in und durch den Körper des Betrachters; er selbst wird zum Kunstwerk. SSS´s Paarungsversuche machen den Zwischenraum erfahrbar, kitten ihn zusammen und reanimieren ihn. Sie sind sozialer Klebstoff, eine ganz besondere Form des Gemeinschaftserlebnisses im Kunstkontext.

Performance

Während der Raum Grundlage jeder Arbeit ist und sich jede Arbeit in Korrespondenz zum Raum entwickelt, ist der Mensch das interessanteste Kunstwerk. Daher entstehen neben der Arbeit mit dem Betrachter auch immer wieder Performances.

Video

Raum kann nur in der Bewegung, in der Zeit wahrgenommen werden. Das Medium des Films ermöglicht es, räumliche Bewegungsprozesse aufzuzeigen. Endlos sich wiederholende Loops öffnen neue Räume.